Jugend

Junge Musi z`Parichom

Der Einfluss von Musik bzw. musikalischer Betätigung auf Lebens- und Persönlichkeitsbereiche wie Sozialverhalten, Kreativität, Motivation und Leistungssteigerung wird von vielen PädagonInnen in der musikalischen Praxis erfahren. 


"Drückt es dich wo, sing dich froh" (Hannes Tausch)

Singen ist wie Himbeereis an einem heißen Sommertag, wie Schaukeln in einer Hängematte unter Palmen, ist einfach etwas Besonderes. Singen bereitet Freude, entspannt, tut wohl, muntert auf und tröstet. Singen berührt nach innen und außen.


Entwicklung der Persönlichkeit:
Singen unterstützt die Entwicklung der sprachlichen, intellektuellen, kreativen und sozialen Fähigkeit eines Kindes und hilft den Lebensalltag zu bewältigen. Daher ist das Singen mit Kindern von großer Bedeutung. In den ersten Lebensjahren singen die meisten Kinder ja noch unbeschwert, gern und vor allem freiwillig. Später wird die Bereitschaft deutlich geringer.

Ein kurzer Blick in die Geschichte zeigt, dass noch vor gar nicht allzu langer Zeit das Singen eine absolute Selbsverständlichkeit in unseren Familien, bei der Arbeit, in der Nachbarschaft oder beim Wandern war. Seit den 1960er-Jahren nimmt dieses ungezwungene, unterhaltende Singen leider stetig ab. Singen ist nicht mehr selbstverständlich.

Sprechen und singen haben gemeinsame Wurzeln. Zu Beginn der Entwicklung sind beide Ausdrucksformen eng miteinander verbunden. Während aber fast alle Kinder bis spätestens zum sechsten Lebensjahr das Sprechen lernen, wird längst nicht jedes ein/e gute/r SängerIn. Dabei gehört das singen zu den besten Fördermaßnahmen, die es für die Entwicklung der Persönlichkeit gibt. Kinder, die gern singen, trauen sich später in anderen Zusammenhängen eher zu, selbstbewusst ihre Stimme zu erheben.

Was können Erwachsenen tun, um Kindern die Freude am singen zu erhalten? In erster Linie ist es wichtig, dass sie selbst wieder Spaß am Singen bekommen. Freilich braucht dies Zeit und Übung. Eine Motivation dafür könnte die wissenschaftliche Erkenntnis sein, dass Singen sowohl für den Körper als auch für den Geist eines Menschen wesentliche positive Impulse gibt. Durch das tönende Ein- und Ausatmen gerät der gesamte Körper in Schwingungen. Beim Singen atmen wir unwillkürlich tiefer. so wird unser Organismus besser mit Sauerstoff versorgt und Spannungen werden gelöst.

Musikwissenschaftler führen das auf die Freisetzung körpereigener Glückshormone zurück und sie sind der Überzeugung, dass Singen auch bei Krankheit Linderung verschafft. Möglicherweise singen deshalb in manchen ursprünglichen Kulturen Schamanen oder Heiler am Krankenbett, um Beschwerden zu lindern. Singen ermöglicht die ganzheitliche Erfahrung von Körper, Geist und Seele.

Singen verleiht der Seele Stimme Singen, dieses einzigartige Zusammenspiel von Stimmbändern und Atemluft, ist das Musikinstrument unserer Seele. Es kann emotionale Spannungen abbauen und als wichtiges Ventil für seelischen Druck dienen. Auch aus diesem Grund möchten wir Sie motivieren, täglich selbst mit den Kindern zu singen. Geben Sie dem Singen genügend Raum in Ihrem Leben!     -Hannes Tausch-


Abschrift eines Artikels von Hannes Tausch aus der Fachzeitschrift für Kindergarten- und Kleinkinderpädagogik "Unsere Kinder - Ausgabe 02/2008). Hannes Tausch aus St. Florian bei Schärding ist ein Liedermacher, Kinderliedersänger, Gitarrist und Harmonikaspieler sowie Vater einer Tochter.